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Druckdaten richtig anlegen: Die 7 häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden
Andi 31.10.2026 Print

Am Bildschirm sieht der Flyer fertig aus. Dann kommt die Lieferung aus der Druckerei: ein weißer Streifen am Rand, die Farben matter als gedacht, das Foto leicht unscharf. Das ist ärgerlich, lässt sich aber meistens vermeiden.

Fast alle diese Probleme entstehen nicht in der Druckmaschine, sondern vorher in der Datei. Fällt ein Fehler vor dem Druck auf, kostet er ein paar Minuten. Fällt er erst danach auf, ist die ganze Auflage betroffen. Diese sieben Fehler kommen in Druckdaten immer wieder vor.

1. Kein Beschnitt

Druckereien drucken auf großen Bögen und schneiden danach zu. Der Schnitt kann dabei um Bruchteile eines Millimeters abweichen. Reicht ein Hintergrundbild nur genau bis zur Kante, bleibt deshalb ein schmaler weißer Rand stehen. Diesen Rand nennt man Blitzer.

So vermeiden Sie es: Ziehen Sie Bilder und Farbflächen, die bis an den Rand gehen, 2 bis 3 mm über das Endformat hinaus. Ein A4-Flyer (210 × 297 mm) wird mit 3 mm Beschnitt also als 216 × 303 mm angelegt. Die genaue Vorgabe steht im Datenblatt Ihrer Druckerei.

Im Lexikon: Beschnitt, Blitzer · Ausprobieren: Beschnitt-Simulator

2. Wichtiges zu nah am Rand

Das ist das Gegenstück zu Fehler 1. Weil der Schnitt schwanken kann, gehören Texte, Logos, Telefonnummern und Seitenzahlen nicht an die Kante. Im ungünstigsten Fall fehlt sonst die letzte Ziffer Ihrer Telefonnummer.

So vermeiden Sie es: Halten Sie 3 bis 5 mm Abstand zum Endformat. Bei gebundenen Broschüren braucht der innere Rand zusätzlich Platz.

Im Lexikon: Sicherheitsabstand, Endformat

3. RGB statt CMYK

Bildschirme mischen Farben aus Licht (RGB), Druckmaschinen aus vier Druckfarben (CMYK). Der Farbraum im Druck ist kleiner. Sehr leuchtende Töne wie helles Grün, kräftiges Blau oder Neonfarben lassen sich nicht exakt drucken und werden matter. Wandelt die Druckerei Ihre RGB-Daten automatisch um, haben Sie keinen Einfluss mehr auf das Ergebnis.

So vermeiden Sie es: Fragen Sie die Druckerei nach dem gewünschten Farbprofil (ICC-Profil) und wandeln Sie bewusst um, spätestens beim PDF-Export. Kontrollieren Sie danach besonders Ihre Hausfarben.

Im Lexikon: RGB, CMYK, ICC-Profil

4. Bilder in zu geringer Auflösung

Ein Foto aus WhatsApp oder ein Bild von der eigenen Website wirkt am Handy scharf. Gedruckt sieht es oft verschwommen oder pixelig aus, weil solche Bilder stark verkleinert sind. Durch Hochrechnen werden sie nicht schärfer.

So vermeiden Sie es: Für Drucksachen, die man in der Hand hält, gelten 300 dpi in Endgröße als Richtwert. Verwenden Sie immer die Originaldatei. Logos gehören als Vektorgrafik in die Datei, dann bleiben sie in jeder Größe scharf.

Im Lexikon: Auflösung, Pixelgrafik, Vektorgrafik · Ausprobieren: dpi-Rechner

5. Schriften fehlen

Ist eine Schrift nicht in der PDF enthalten, kann der Rechner der Druckerei sie durch eine andere ersetzen. Dann verschieben sich Zeilen oder Umlaute fehlen.

So vermeiden Sie es: Beim PDF-Export werden Schriften normalerweise eingebettet. Prüfen Sie es trotzdem: In Adobe Acrobat sehen Sie unter Datei → Eigenschaften → Schriften, ob jede Schrift eingebettet ist.

Im Lexikon: Schriften einbetten

6. Schwarz falsch angelegt

Schwarz ist im Druck nicht gleich Schwarz. Drei Stolperfallen kommen dabei häufig vor:

  • Große Flächen nur in 100 % Schwarz wirken eher dunkelgrau. Satter wird ein Tiefschwarz, zum Beispiel C40 M30 Y30 K100.
  • Kleiner Text in Tiefschwarz bekommt farbige Ränder, sobald die Farben minimal versetzt drucken. Fließtext gehört deshalb in reines Schwarz (100 % K).
  • Die Farbe „Passermarken“ besteht aus allen vier Farben zu 100 %. Sie ist nur für Schnitt- und Passermarken gedacht. Im Motiv verwendet, bringt sie viel zu viel Farbe aufs Papier.

So vermeiden Sie es: Legen Sie Flächen in Tiefschwarz und Text in 100 % K an und verwenden Sie die Passerfarbe nie im Motiv. Die genauen Werte nennt Ihnen die Druckerei.

Im Lexikon: Tiefschwarz, Gesamtfarbauftrag · Ausprobieren: CMYK-Mischer

7. Falsch exportiert

Die beste Gestaltung hilft nichts, wenn die PDF nicht passt. Typische Fehler sind:

  • ein normales PDF statt PDF/X,
  • fehlende oder unerwünschte Schnittmarken,
  • ein weißes Element auf „Überdrucken“, das dann im Druck einfach verschwindet.

So vermeiden Sie es: Im Datenblatt Ihrer Druckerei steht, welche PDF/X-Variante gewünscht ist und ob Schnittmarken hinein sollen. Oft gibt es dort fertige Exportvorgaben. Prüfen Sie vor dem Export in der Überdruckenvorschau, dass nichts Weißes auf „Überdrucken“ steht.

Im Lexikon: PDF/X, Schnittmarken, Überdrucken

Zum Schluss: Preflight und ein Blick mit eigenen Augen

Viele Druckereien prüfen hochgeladene Dateien automatisch, und Adobe Acrobat Pro hat dafür eine eigene Preflight-Funktion. Sie findet zum Beispiel fehlende Schriften, RGB-Bilder oder zu viel Farbauftrag. Einen Tippfehler in der Telefonnummer findet sie dagegen nicht. Lesen Sie deshalb alles noch einmal auf einem Ausdruck, oder lassen Sie jemand anderen lesen.

Im Lexikon: Preflight

Checkliste vor dem Hochladen

  • ☐ Randabfallende Bilder und Flächen 2 bis 3 mm im Beschnitt
  • ☐ Texte und Logos 3 bis 5 mm vom Rand entfernt
  • ☐ Bewusst in CMYK umgewandelt, Profil laut Druckerei
  • ☐ Bilder mit 300 dpi in Endgröße, Logo als Vektor
  • ☐ Alle Schriften eingebettet
  • ☐ Text in 100 % K, große Flächen in Tiefschwarz, keine Passerfarbe im Motiv
  • ☐ PDF/X laut Datenblatt, nichts Weißes auf Überdrucken, Korrektur gelesen

Unsicher?

Druckvorstufe gehört zu meinem Handwerk. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Datei so in den Druck gehen kann, schaue ich sie mir gern an. Ich lege Drucksachen auch komplett druckfertig an. Mehr dazu finden Sie unter Layout und Print & Druck. Alle Fachbegriffe stehen im Druck-Lexikon.

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